fusszentrum wien

Unsere Spezialisten

Univ.Doz. Dr. Siegfried Hofmann

Hofmann

Informationen zur Person

Priv.Doz. Dr. Christof Radler

Radler

Informationen zur Person

Beinachsenfehlstellungen

 

Fehlstellungen der Beinachsen in O-Beine (Varus) und X-Beine (Valgus) sind häufig und in den meisten Fällen beeinträchtigen sie die Patienten erst zwischen dem 40-60 Lebensjahr. Bei Kindern, wird bis auf wenige Ausnahmen mit schwerwiegenden Fehlstellungen, immer bis zum Auswachsen abgewartet. Bei Jugendlichen mit Achsfehlstellungen sollte jedoch schon frühzeitig eine Beratung über Sportfähigkeit und spätere Auswirkungen erfolgen. Am meisten betroffen von diesen Achsfehlstellungen ist das Kniegelenk, in manchen Fällen jedoch auch das Sprunggelenk. Bei allen Patienten mit einer Vorschädigung des Kniegelenks (nach Meniskusteilresektion, Knorpelschäden, Durchblutungsstörung des Knochens oder Abnützung – Arthrose) sollte daher immer eine Abklärung einer möglichen Beinachsenfehlstellung erfolgen. Eine alleinige Arthroskopie (Gelenksspiegelung) ist bei Patienten mit Achsfehlstellungen in den allermeisten Fällen nicht geeignet den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Für den weiteren Verlauf spielt die Beinachse nämlich eine entscheidende Rolle.

Neben der klinischen Untersuchung ist eine spezielle Ganzbeinröntgenaufnahme des Beines zur Vermessung der mechanischen Achsen erforderlich. Bei O- oder X Beinfehlstellung und Vorliegen einer der oben beschriebenen Vorschädigungen sollte eine Achsenkorrektur in Erwägung gezogen werden. Bei einer entsprechenden Beinachsenfehlstellung wird eine Korrekturosteotomie an der Stelle der Deformität durchgeführt. Dabei wird der Knochen nach genauer Planung durchtrennt und in der neuen Korrekturstellung mit einer speziellen Metallplatte und Schrauben fixiert.

Eine längere Rehabilitation von 3-6 Monaten ist jedoch nach dieser Korrekturoperation notwendig, da der Knochen heilen muss und die Muskulatur für die neuen Achsverhältnisse wieder aufgebaut werden soll. Bei erfolgreicher Operation wird jedoch danach das vorgeschädigte Areal im Kniegelenk entlastet und ein Fortschreiten der Abnützung im Kniegelenk kann in etwa 80 % der Fälle für 10 Jahre hinausgezögert werden. Die Umstellungsosteotomie ist hauptsächlich für Patienten unter 60 Jahren und bei sportlich aktiven Patienten geeignet. Bei älteren Patienten und sportlich weniger aktiven Patienten ist bei Vorliegen einer entsprechenden Abnützung im inneren oder äußeren Knieglenksanteil ein Teilgelenksflächenersatz eine attraktive Alternative. Der Vorteil eines Teilgelenksflächenersatzes liegt in der deutlichen kürzeren Rehabilitationszeit, beinahe beschwerdefreiem Kniegelenk mit natürlicher Funktion. Der Nachteil eines Teilgelenksersatzes bei jungen Patienten oder sportlich aktiven ist jedoch der Einbau eines Kunstgelenkes, das einem Verschleiß unterliegt und Folgeoperationen erforderlich machen wird. Des Weiteren wird eine Sportausübung mit einem Teilgelenk nicht empfohlen, hingegen nach einer Umstellungsoperation sind die meisten Patienten wieder sportfähig. Für nähere Information laden Sie sich bitte das unten stehende PDF File herunter. Diese Arbeit gibt eine gute Übersicht über die möglichen Beinachsenkorrekturen bei O- und X Beinen.