Morton Neurinom

 

Beim sogenannten Morton Neurinom handelt es sich um ein Nervenknötchen, das meistens im Zehenzwischenraum III und IV sitzt. Die Patientinnen und Patienten geben vor allem nach längerer Gehzeit so starke Schmerzen im Schuh an, dass sie die Schuhe ausziehen und die Füße massieren müssen. Einlagen bringen nur eine geringfügige Verbesserung der Schmerzsymptomatik.

Bei der Untersuchung findet man manchmal eine herabgesetzte oder eine schmerzhafte Sensibilität an der Außenseite der III. Zehe und an der Innenseite der IV. Zehe. Auch lässt sich bei der Untersuchung der Schmerz durch eine Kompression des Vorfußes provozieren.

Die Diagnose erstellt der erfahrene Fußchirurg in erster Linie aus der Geschichte, die ihm der Patientinnen und Patient erzählt, denn das Röntgen ist ebenso unergiebig wie die Computertomographie. In manchen Fällen kann man das Nervenknötchen mittels Kernspintomographie oder besonders feiner Ultraschalluntersuchung feststellen.

Manchmal kann das Knötchen durch diagnostische Betäubung nachgewiesen werden: verschwindet der Schmerz, ist das Vorhandensein des Knötchens bewiesen.

Differenzialdiagnostisch sind jedoch auch Schmerzen wie die Metatarsalgie oder eine Entzündung in den Grundgelenken in Erwägung zu ziehen.

Konservative Behandlungen wie Infiltrationen und Einlagenversorgung bringen nur in 20% der Fälle eine Besserung. Die Therapie der Wahl ist die chirurgische Entfernung des Nervenknötchens durch einen Zugang von oben. Dieser Eingriff kann in lokaler Betäubung entweder ambulant oder mit 1-tägigem stationärem Aufenthalt gemacht werden. Zurück bleibt eine Gefühlsstörung im Zehenzwischenraum III und IV, die die Patientinnen und Patienten aber nicht stört, da sie nach der Operation von ihren heftigen Beschwerden befreit sind.